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FOLIC ACID TABS 800 mcg

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Beschreibung

Vitamin B9 Vorkommen

Vitamin B9 ist enthalten in Leber, Vollkornprodukten, grünem Blattgemüse, Rote Bete, Spinat, Brokkoli, Karotten, Spargel, Rosenkohl, Tomaten, Eigelb und Nüssen. Auch in Obst, Fisch und Fleisch finden sich geringe Mengen an Vitamin B9.
Neuere Untersuchungen zeigen, dass der Direktsaft aus der, wegen ihres hohen Gehaltes an Flavonoiden, bekannten Aroniabeere ein natürlicher Vitamin B9 Spender ist. Laut Angaben eines Analyseinstituts für eine Kelterei sind in dem untersuchten Aroniasaft 54 µg/100 ml Vitamin B9 enthalten. Dies entspricht nach RDA 27% der empfohlenen Tagesdosis an Vitamin B9.

Biologische Funktionen des Vitamin B9

Vitamin B9 spielt eine wichtige Rolle bei der Zellteilung. Aus diesem Grund ist eine ausreichende Vitamin-B9-Versorgung besonders während der Schwangerschaft wichtig. Vitamin B9 bzw. Folsäure ist zur DNA Replikation notwendig und spielt daher auch beim Erwachsenen eine entscheidende Rolle, besonders bei sich schnell teilenden Zellen, wie zum Beispiel Zellen des Knochenmarks. Weil die Proteinsynthese in geringerem Maße von Vitamin B9 bzw. Folsäure abhängig ist, manifestiert sich ein Folsäuremangel durch eine hyperchrome makrozytäre Anämie.

Vitamin B9 Verlust

Da das Vitamin B9 licht-, sauerstoff- und hitzeempfindlich sowie gut wasserlöslich ist, sollten zu intensives Wässern der Nahrungsmittel und zu lange Lager- und Kochzeiten vermieden werden. Auf die menschliche Haut treffende intensive Sonnenstrahlung (UV-Strahlung) reduziert das Vitamin B9 im Körper. Bei hellhäutigen Menschen ist der Effekt besonders stark.

Vitamin B9 Mangel und Fehlbildungen

Ein Vitamin-B9-Mangel wirkt sich auf das Blutbild aus, indem er zu einer hyperchromen makrozytären Anämie führen kann. Der menschliche Körper kann maximal 12 bis 15 mg Vitamin B9 speichern, dies entspricht einem Vorrat für 3 bis 4 Monate. In der Embryonalentwicklung begünstigt ein Folsäure- bzw. Vitamin-B9-Mangel die Entstehung von Neuralrohrdefekten wie eine Spina bifida oder Anenzephalie. Der Vitamin-B9-Mangel soll außerdem Einfluss auf eine Frühgeburtlichkeit haben. Die Einnahme von Vitamin-B9-Präparaten in der Frühschwangerschaft reduziert somit die Wahrscheinlichkeit einer Neuralrohrfehlbildung beim Kind erheblich. Eine Therapie mit entsprechenden Präparaten muss allerdings bereits im Vorfeld der Schwangerschaft oder spätestens innerhalb der ersten vier Schwangerschaftswochen beginnen, um effektiv vorbeugen zu können. Auch bei Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, wie zum Beispiel der Arteriosklerose, ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B9 wichtig. Der Wert für die Aminosäure Homocystein im Blut gilt als kardiovaskulärer Risikofaktor. Die Mitverantwortung des Vitamin B9 an der Zellreifung und -teilung, insbesondere die der roten und weißen Blutkörperchen und der Schleimhautzellen wird zur Zeit in mehreren Universitäten und Forschungslabors getestet. Homocystein wird mit Hilfe der Vitamin B9 und Vitamin B12 in Methionin umgewandelt; die positiven Auswirkungen erhöhter Vitamin-B9- bzw. Folsäuregaben, die unter anderem ein Absenken des Homocystein-Spiegels bewirken, auf die Progression von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind jedoch umstritten. Die empfohlene Tagesdosis an Vitamin B9 nach RDA beträgt 400 µg. Die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr laut 1. Auflage 2001 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung eV., empfehlen mit Blick auf die zusätzliche Vorbeugung von Arteriosklerose 600 µg für gesunde Erwachsene, 800 µg für Schwangere und für stillende Mütter. Zur Vorbeugung eines Neuralrohrdefektes sollten Frauen, die schwanger werden wollen, zusätzlich 100 µg Vitamin B9 aufnehmen. Vitamin-B9-Präparate sollten jedoch erst nach eingehender ärztlicher Beratung eingenommen werden.

Diskussion um die Vitamin B9 Versorgung

Kinderärzte fordern, dem Grundnahrungsmittel Mehl Vitamin B9 beizumengen, um die Wahrscheinlichkeit von Fehlbildungen bei Kindern zu verringern. Dagegen protestieren jedoch Verbraucherschützer.

In den USA und in Kanada ist ein Vitamin B9 -Zusatz in Mehl gesetzlich vorgeschrieben. Da fast alle Menschen täglich Brot, Kekse und andere mehlhaltige Produkte zu sich nehmen, hat sich in diesen Ländern die Versorgung mit diesem Vitamin enorm verbessert. Messbar ist das an der Zahl der Kinder, die mit einem Neuralrohrdefekt zur Welt kommen, wie beispielsweise einer Form von Spina bifida, einer Anenzephalie oder einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte. Seit man dem Mehl obligatorisch Folsäure zusetzt, werden in diesen Ländern nur noch etwa halb so viele Kinder mit derartigen Fehlbildungen geboren.
Kinderärzte in Deutschland fordern daher, dass auch hierzulande ein Vitamin-B9-Zusatz im Mehl Pflicht werden muss, da ein Großteil der Bevölkerung, Männer und Frauen gleichermaßen, nicht ausreichend mit Vitamin B9 versorgt sei. Besonders für junge Frauen stellt dies ein großes Problem dar, weil eine ausreichende Folsäureversorgung vor allem ganz am Anfang einer Schwangerschaft eine wichtige Rolle spielt; bei der Neuralrohrbildung sind die ersten drei Wochen entscheidend. Rund 50 Prozent der schwangeren Frauen gehen aber erst nach Ausbleiben der Menstruation zum Frauenarzt, zu einem Zeitpunkt, in dem Vitamin-B9-Tabletten zur Prävention von Fehlbildungen wirkungslos sind.

Etwa 800 Kinder kommen in der Bundesrepublik Deutschland jährlich mit einem Neuralrohrdefekt zur Welt. Es ist quasi jedes tausendste Baby betroffen. Schwangerschaftsabbrüche wegen einer Spina bifida werden dabei nicht mitgerechnet. Das Verbraucherschutzministerium sieht bisher jedoch keine Notwendigkeit für staatliche Initiativen mit dem Ziel, dem Mehl Vitamin B9 bzw. Folsäure beizumengen. Auch Ernährungsexperten der Verbraucherzentralen u.a. vertreten die Auffassung, eine obligatorische Anreicherung von Mehl mit Vitamin B9 sei nicht nötig, da es genug natürliche Lebensmittel, wie Obst, Gemüse und Vollkornbrot gebe, die Vitamin B9 enthielten. Es solle dem Verbraucher selbst überlassen werden, über die Nahrung die für ihn notwendigen Mengen an Vitamin B9 zu sich zu nehmen. Lebensmittelfirmen reichern zudem bereits Müsliriegel, Getränke, Milchprodukte und auch Salz mit Folsäure bzw. Vitamin B9 an und kennzeichnen dies entsprechend. Damit soll erreicht werden, dass eine bewusste und gesunde Ernährung Ziel der Konsumenten bleibt und nicht die Aufnahme von Vitaminen wie Vitamin B9 über ungesunde, künstlich angereicherte Lebensmittel an deren Stelle tritt. Zudem wird kritisiert, dass es zu wenig Langzeituntersuchungen zu den Risiken von Vitamin-B9-Zugaben gibt.

Bekannt ist bereits, dass zuviel Vitamin B9 einen Vitamin-B12-Mangel verdecken kann. Das Robert-Koch-Institut kam zu dem Ergebnis, dass die Beimengung von Folsäure die Folatversorgung verbessere, ohne dass eine Überversorgung bei einem wesentlichen Bevölkerungsanteil eintritt. Zudem wird in diesem Zusammenhang der Zusatz von Vitamin B12 angeraten.

In Deutschland wird von Experten die obligatorische Vitamin-B9-Zugabe in Mehl als nicht durchsetzbar bezeichnet, da letztendlich die Verbraucher einer solchen Beimischung kritisch gegenüberstehen. Jungen Frauen wird deshalb dazu geraten, Kochsalz mit Folsäure, also Vitamin B9, (und Jod) zu verwenden.
Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine tägliche Aufnahme von ca. 400 Mikrogramm Vitamin B9 (Frauen mit "künstlichem" Kinderwunsch 600 Mikrogramm). Doch etwa zwei Drittel der erwachsenen Frauen und Männer kommen nicht einmal auf 300 Mikrogramm Vitamin B9 pro Tag. Neuere Untersuchungen zeigen, dass erst ab einer täglichen Einnahme von 800 µg Vitamin B9 und weiteren B-Vitaminen die Zahl von Neuralrohrdefekten sowie angeborenen Herzfehlern deutlich reduziert werden kann. (Quelle: Ärzte Zeitung.)
Die an der Vitamin-B9-Offensive beteiligten Firmen kennzeichnen ihre Produkte mit "Biogerm FS", wenn Vitamin B9 bzw. Folsäure aus natürlichen Quellen benutzt wird.Die Bezeichnung "Biogerm FS+" hingegen, wird benutzt, wenn zusätzlich synthetisch hergestelltes Vitamin B9 zugefügt wird.

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